Brückenschlag im Kursaal: Die Asphaltbranche im Zeichen von Klima und Kreislaufwirtschaft

Zwei Tage Fachwissen, hochkarätige Referate und ein reger Austausch über die Landesgrenzen hinweg: Die Fachtagung 2026 von asphaltsuisse im Kursaal Bern setzte neue Impulse für eine Branche im Wandel.

Wenn sich die Schweizer Asphaltbranche in Bern trifft, geht es längst nicht mehr nur um Strassenbeläge. Das diesjährige Programm verdeutlichte, dass ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Effizienz untrennbar miteinander verknüpft sind. Dass die Tagung auch überregional ausstrahlt, bewies das Teilnehmerfeld: Neben Fachleuten aus der gesamten Schweiz und Deutschland fanden sogar Gäste aus Estland den Weg in den Kursaal, um sich über aktuelle Trends und regulatorische Neuerungen zu informieren.
Wer am 29. und 30. Januar durch die Gänge des Kursaal Bern ging, spürte eine Branche im Aufbruch. Inmitten von regulatorischen Umbrüchen und klimatischen Herausforderungen bot die Tagung von asphaltsuisse eine Plattform, die technisches Detailwissen mit strategischer Weitsicht verband. Die Teilnehmenden quittierten die Qualität der Veranstaltung mit viel Lob: Die exzellente Organisation bildete das Fundament für zwei Tage intensiven Wissenstransfers.

Strategische Weichenstellungen am Donnerstag
Der Auftakt am Donnerstag, der exklusiv den Mitgliedern vorbehalten war, stand im Zeichen der grossen Rahmenbedingungen. Angesichts volatiler Märkte lieferten Léonore Schaller und Luisa Helms (Henovia S.A.) entscheidende Analysen zu den CO2-Herausforderungen und den komplexen Strukturen des Energiemarktes. Parallel dazu zeigte Ahmad Youssef (BFH) mit dem KFG Teilprojekt 3 auf, wie die Branche künftig die Ökobilanz von Belägen nach einem einheitlichen Verfahren darstellen kann – ein wichtiger Schritt in Richtung Transparenz und Nachhaltigkeit.

Freitag: Technik und Recht im Dialog
Der zweite Tag vertiefte die technischen Lösungen. Im ersten Block zur Temperaturreduktion im Strassenraum diskutierten die Experten über konkrete Antworten auf den Klimawandel. Während Peter Mikhailenko und Thomas Singer (Grolimund-Partner AG) über Hitzeminderung referierten, präsentierte Robert van Gorkum (Ooms Producten) die Möglichkeiten von Mischgut mit farblosem Bindemittel. Alain Bertschy (ZHAW) ergänzte die Runde mit dem zukunftsweisenden Konzept der Schwammstadt.
Ein ebenso kritisches Thema war der Ausbauasphalt. Mit Blick auf die VVEA-Vorgaben ab 2026 erläuterte Clara-Marine Pellet (BAFU) die rechtlichen Leitplanken für Verwertung und Deponierung. Raffaele Quirici (Toggenburger AG) schlug anschliessend die Brücke zur praktischen Umsetzung in den Betrieben.

Ein Blick über den Tellerrand
Dass Professionalität im Asphaltbau auch eine menschliche Komponente hat, bewies der Abschluss der Tagung. Zita Langenstein («Zita The Butler») verdeutlichte in einem unterhaltsamen Schlussreferat, warum gerade bei Stammkunden höchste Ansprüche gelten und wie echte Kundenbindung funktioniert.
Die Fachtagung 2026 hat gezeigt: Die Branche ist bereit für die Zukunft. Mit namhaften Referenten aus Bund, Forschung und Praxis sowie einer erstklassigen Organisation hat asphaltsuisse erneut den Standard für den fachlichen Dialog in der Schweiz gesetzt.

 

Impressionen vom Donnerstag
Impressionen vom Freitag